Bericht Südpfälzer Weinrunde 2018/2019

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Das Weinbruderschaftsjahr unserer Südpfalzrunde war wieder ein sehr ereignisreiches Jahr, die Zeit verflog viel zu schnell.

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Unsere Eröffnungsrunde im November fand, wie gewohnt, in der Burrweiler Mühle statt, wo 10 Gänse einer großen Runde von über 50 Weinbrüdern und Damen kredenzt wurden. Der Sprecher der Weinrunde verwies auf die hohe Professionalität, mit der das Haus, geführt vom Ehepaar Wiss, allen Weinbrüdern wieder gerecht wurde. Vielleicht waren es ja auch die guten Genesungswünsche an unseren Ordensmeister, Oliver Sties, dass sein Genesungsprozess positiv verlief, wo er leider mit seiner Frau dieses Mal nicht dabei sein konnte.   
 
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Im Januar fanden wir uns dann in der Ziegelhütte in Edenkoben ein. Diesmal referierte der Sprecher der Südpfalzrunde, Dr. B. Rudy über ein Thema ,,das doch so manchen Weinbruder und seine Gattin zum Nachdenken brachte; „Vielleicht war alles ganz anders- und was verrät uns der Stammbaum des Weinstocks dazu?“ Zugegebenermaßen keine leichte Kost, geht es doch immerhin um Erkenntnisse, die zeigen, dass unser Weltbild, wie es bereits seit 250 Jahren mit Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie uns vermittelt wird, große innere Widersprüche und Fehlschlüsse aufweisen. Und so kennen wir zwar den Stammbaum des Weinstocks, die Herkunft der Artenvielfalt von Pflanzen, Tieren und Menschen dagegen lässt sich letztendlich nur über eine höhere Intelligenz erklären. Mit den Worten: „diejenigen die heute festlegen, was wissenschaftlich bewiesen ist, sind jene, über deren Unwissenheit man morgen schmunzeln wird“ endete dieser gedanklich anregende Abend mit dem guten Gewissen, dass der Wein mit Geist und Seele eine Einheit bildet. 
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k Wiedemann 2019 02 14Do wärd die Wuz geschlacht“ war das Motto unseres Schlachtfestes im Februar im Weingut Amselhof in Knörringen. Über 50 Weinbrüder mit Damen fanden sich schon morgens ab 11 Uhr zu dieser traditionsreichen Veranstaltung ein. Frau Hörner mit ihrem kleinen Team schaffte es wieder die Runde perfekt zu versorgen und so wurde bereits nach der Veranstaltung der Entschluss gefasst, auch im nächsten Jahr dieses wunderbare Ambiente genießen zu wollen. 
 

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k Wiedemann 2019 03 06bEine Hiobsbotschaft nach Weihnachten, veranlasste den Sprecher der Südpfalzrunde kurzfristig das Aschermittwochsheringsessen im März umzudisponieren. Hatte doch ein verheerendes Feuer das Anwesen „Zum Logel, Hainfeld“ unseres langjährigen Kochs, Herrn Götz, in einer Nacht in Schutt und Asche gelegt. Und so landeten wir dieses Mal in Maikammer im Hotel-Restaurant Immenhof. wo das Ehepaar Kaup sich redlich bemühte unseren Ansprüchen, die wir gewohnt waren, gerecht zu werden. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, und wir Weinbrüder dem nicht nachstehen, waren wir zwar dankbar für die Alternative, obgleich wir uns auch wieder auf den Neuaufbau der Gaststätte „Zum Logel“ freuen.
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Im April fand wieder unsere traditionelle Rieslingweinprobe in Frankweiler statt, die diesmal unter einer besonderen Spannung stand. Es war die 45. Probe die sich unser Ordensmeister Oliver Sties, nicht nehmen lies im Rahmen seines Gesundungsprozesses die Probe zu besprechen. Den ausführlichen Bericht finden wir im Konventsbrief.  
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k Burgunderprobe AnnweilerKäse und Weißburgunder war das Motto unserer Weinprobe im Maiin Annweiler. Unser neuer Weinbruder, Günter Hirschmann empfahl dem Sprecher der Südpfalzrunde diese Veranstaltung in Kai´s neu eröffnetem Weinbistro durchzuführen. Dabei organisierte und besprach die Probe der ausgewiesene Kenner und Jury-Mitglied des Pfälzer Weißburgunderpreises, Christian Eckert. Eine Besonderheit der Probenaufstellung waren dabei seine Idee je 2x 6 Spitzenweine, darunter der Siegerwein des 17. Ilbesheimer Weißburgunder Preises 2018 anzubieten.  Herr Eckert stellte in einer detailliert beschriebenen Auflistung immer 2 Weißburgunder verschiedener Jahrgänge des gleichen Winzers vor. Faszinierend dabei die Nuancen der unterschiedlichen Jahrgänge. Dazu wurden mit Unterstützung von Herrn Eckerts Lebensgefährtin uns Weinbrüdern jeweils ausgewählte und ebenfalls detailliert beschriebene französische Käsesorten aus dem benachbarten Elsas gereicht. Es war ein Hochgenuss die Harmonie zwischen einem auf Holzfass oder im Barrique oder sozusagen nur auf dem natürlichen Boden anschließend im Edelstahlfass gereiften Weißburgunder mit dem passenden Käse genießen zu dürfen, wie einem Brillat Savarin, einem Saint Félician Etorki, Saint Nectaire, Pecornio Sardo oder auch Chaource.  Wir waren eine kleine aber sehr feine Runde, die hier zu höchsten Genüssen kommen konnten.  Schließlich haben unsere Weinbrüder, Otmar Graf von Weyher, Andreas Diehl, Edesheim und Axel Schäfer (Neustadt-Mussbach), ihre eigenen zur Probe gestellten Weißburgunder mit vorstellen dürfen. Dr. Rudy dankte Herrn Eckart und seiner helfenden Hand für diese tolle und interessante Probe, die uns in positiver Erinnerung bleiben wird. 
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An einem heißen Sommertag im Juni ludt uns unser neuer Weinbruder Ottmar Graf von Weyher zu sich in seine urige Behausung ein. Ottmar und seine beiden Söhne haben sich mittlerweile mit einer Fülle an Auszeichnungen und Ehrenpreise einen überregionalen Namen gemacht, sodass unsere Weinbrüder und ihre Damen nicht lange auf sich warten ließen. Hier wird Wein mit Herz und Liebe produziert. Verköstigung und Gastfreundschaft durften wir als nahezu grenzenlos empfinden. Wir alle fühlten uns sehr schnell richtig wohl und geradezu gut aufgehoben an diesem Ort. Ottmar Graf zeigte uns vorher seinen Keller und die Produktionsräume. Liegt das kleine Weingut doch überaus idyllisch am Hang mit einem traumhaften Blick an diesem Sommertag über die Dörfer in die Südpfälzer Rheinebene. „Oh Pfälzer Land, wie schön bist du“ könnte man hier direkt empfinden und so werden wir mit Sicherheit nicht zum letzten Mal diese Gastfreundschaft unseres neuen Weinbruders genießen. 
 
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k Kirrwiler Peter WiedemannEinem genialen Tipp unseres Weinbruders Dr. Peter Leydecker folgend, trafen sich an einem sommerlichen Juli-Tag ca. 35 Weinbrüder in Kirrweiler im Weingut Schlössel der Familie Martin Schwaab. Eine Besonderheit erwartete uns an diesem Tag. So sprach über eine Stunde der Südpfälzer Falkner, Alois Pfaff über die Aufgabe und die Kunst diese interessanten Raubvögel für den Menschen und die Freiheit der Vögel abzurichten. Einen Falken und einen Milan brachte er bereits mit und zeigte uns, gemeinsam mit seiner Tochter die biologischen Besonderheiten dieser Tiere bei der Jagd und ihren natürlichen Lebensräumen. Es war bei herrlichem Wetter ein kurzweiliges Vergnügen ihm und seiner Begeisterung für seine Tiere zuzuhören. Dass die Falknerei eine mindestens genauso professionelle Ausbildung erfordert wie der Jagdschein, war sicherlich den meisten nicht bewusst. Der Winzermeister Martin Schwaab verstand es zusätzlich uns Weinbrüder wunderbar mit einem genussreichen Pfälzer Buffet zu versorgen. Und so blieben die letzten Weinbrüder unter der Laube dieses gemütlichen Platzes noch bis zur sommerlichen Dunkelheit bei angeregten Gesprächen und dem guten Wein lange sitzen. 
 
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k Essigdoktor 1Sauer sollten wir nicht werden, aber das Endprodukt Essig einer totalen alkoholischen Gärung darf durchaus auch zu positiven gesundheitlichen Gaumengenüssen erhoben werden. Der Doktorenhof in Venningen ist unter der geschäftsbewussten Führung des Weinbruders Georg Wiedemann zu einem weit über die Grenzen hinaus bekannten Ort der besonderen Essigherstellung aus Wein und seinem Gärprozess bekannt. Und so folgten über 30 Weinbrüder mit Damen dem Aufruf des Sprechers der Südpfalzrunde, Dr. Rudy, eine KellerFührung mit anschließender Degustation einiger besonderer Weinessigessenzen mitzumachen. Atmosphärisch wurden wir eingestimmt in die Keller- und Kräuterkammerführung, indem alle Anwesenden eine Mönchskutte überziehen mussten um anschließend bei gregorianischen Klängen den leicht modrich nach Essigaromen duftenden Keller mit seinen Holzfässern zu besichtigen und die unglaublich positive und beruhigende Wirkung genießen zu können. Dass Herr Wiedemann dabei uns offenbarte, dass er eigentlich aus der Not eine Tugend gemacht habe, beeindruckt umso mehr. So berichtete er, dass die bescheidene Größe des Weinguts und die vor Jahrzehnten erkannte Marktlücke der Essiggärung ihn letztendlich zu diesem Schritt bewogen hat. Dabei wussten schon frühere Ärzte das Endprodukt des Gärprozesses mit einer positiven Wirkung auf den Stoffwechsel zu verbinden. Wir konnten uns umgehend überzeugen von den vielfältigen Kräuter- und Geschmacksrichtungen, die hier heranreifen. Dabei ist nicht zu unterschätzen, dass auch ein besonders von ihm kreiertes und patentiertes Essigprobierglas zur Duft- und Geschmacksentfaltung beiträgt. So spricht man hier selbst von einer Manufaktur in Form eines Kunsthandwerkes.  Den Abschluss dieser besonderen Gaumenprobe vervollständigten wir dann im unmittelbar nahegelegenen Restaurant Bauer´s Stube, wo wir bereits erwartet wurden. In diesen rustikalen urgemütlichen Räumen konnten wir Weinbrüder nochmals bei hervorragenden Weinen und einer wunderbaren Küche unsere Gedanken und Erinnerungen revue passieren lassen.   
 
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k Wiedemann 2019 10 07bUnd schon endete auch dieses Weinbruderschaftsjahr wieder mit dem Abschluss unserer traditionellen Montagsrunde unserer Neustadter Weinbruderschaftsrunde zum „Neier Woi un Keschde“. Diesmal rief der Sprecher der Südpfalzrunde alle Weinbrüder zum Marienhof in Flemlingen, wo wieder ca 60 Weinbrüder mit einem gut gefüllten Bus, von unserem Sekretarius organisiert, der Einladung folgten.  Nach einem kräftigen Pfälzer Essen in den rustikalen Räumen dieses mitten im Rebenmeer der Südpfalz gelegenen Hauses, stimmte Dr. Rudy die Weinbrüder unter seiner musikalischen Begleitung schließlich in die bekannten Pfälzer Lieder von Kurt Dehn ein. Auch wenn der dargebotene „Neuer Wein“ eher einem süßen Traubensaft entsprach, so war die Stimmung sehr gut und immerhin konnte dank kurzfristig besorgter französischer Maronen das Ritual des Schälens der Keschde mit eigenem Taschenmesser nachgekommen werden. So hoffen wir alle, trotz der Verschiebung der Reifeprozesse von Rebe und Keschde, dass wir auch nächstes Jahr wieder beides genießen können.
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Dem Sprecher der Südpfalzrunde bleibt ein Dank an alle Teilnehmer unserer Runde auszusprechen und einen besonderen Dank unserem Weinbruder Peter Wiedemann, der immer wieder sich bereiterklärt das Gästebuch künstlerisch zu gestalten. Weiterhin bleibt der Dank an alle die sich mit Ideen für neue Weinbruderschafts-Treffen eingebracht haben und somit auch für zukünftige Trffen beitragen. Ich wünsche uns allen für das neue Weinbruderschaftsjahr Gesundheit und die Kraft auch weiterhin eine positive Lebenseinstellung beibehalten zu können. In diesem Sinne erhebe ich gerne symbolisch unser Glas und trinke auf unser Wohl!

In vite vita
Bernhard Rudy