Die Südpfalzrunde der Weinbruderschaft der Pfalz trifft sich im Eußerthal/Gräfenhausen

 Wenn Engel reisen, so könnte man den Tag bezeichnen an dem sich die Südpfalzrunde der Weinbruderschaft der Pfalz unter ihrem Sprecher Dr. Bernhard Rudy am Mittwoch den 20. Juni 2018 im Eußerthal trafen. Ca. 25 interessierte Weinbrüder mit Damen lauschten den interessanten Ausführungen der örtlichen Reiseleiterin im bekannten Zisterzienser Kloster, bzw. dem was heute noch davon erhalten ist. Ein faszinierender Einblick in eine Zeit, (11. - 16 Jhd) die uns heute doch sehr fremd geworden ist und dennoch das Bild der Region über Annweiler, den Trifels mit dem Ordensgründer Bernhard von Clairvaux aus dem französischen Burgund über Kaiser Barbarossa und seinem Enkel dem Staufenkaiser Friedrich II bis heute noch prägt. Gab es doch eine enge Verbindung zwischen den Mönchen und der Burg Trifels, wo es heute noch den Mönchsweg gibt.


Bild1Bild 1: die Südpfalzrunde trifft sich am Zisterzienser-Kloster im Eußerthal

Bild2Bild 2: interessiert lauscht man den Ausführungen der örtlichen Reiseleiterin

Nicht ganz dem historischen Pfad folgend wie damals, machten dann die Weinbrüder ebenfalls Halt, wie seinerzeit die Mönche in Gräfenhausen, wo sie herzlich von der Familie Schneider in ihrem Weingut aufgenommen wurden. Und so wandelte man schon eher wieder auf gewohnterem Terrain, eben den BurgunderWeinlagen dieser wahrlich noch gesegneten Region des vermutlich "äußersten Tals" der Südpfalz eben dem Eußerthal. Organisation und Idee dieser Führung kamen von unserem Weinbruder und Weinbotschafter Rudolf Hoffmann. Unter dessen Empfehlung, in Anbetracht der sehr sommerlichen Temperaturen, bewegte man sich daher bequemer mit dem Auto direkt zum wohl schönsten Ausblick dieses Tales über die Dreiburgenlandschaft, wo eine große Orgelpfeife auch heute noch den Ursprung der Burgunder-Rebe in diesem Tal in Erinnerung ruft. Was könnte schöner sein als unter diesem Anblick den historischen Erläuterungen von WB Hoffmann zu lauschen und unter der Regie von Familie Schneider deren Weine probieren zu dürfen. Hatten doch angeblich schon damals die Mönche durch ihren Ordensgründer eine enge Verbindung nach Frankreich und dem Burgunderland gepflegt sowie die Faszination des dortigen Weins zu schätzen gelernt. Unter Androhung der Todesstrafe schmuggelte man offensichtlich in einer für die Zisterzienserorgel des Klosters bestimmte Orgelpfeife einen dieser wohlbehüteten Burgunder-Rebstöcke in diese Region. Dies hat sich, wie wir ausgiebig schmecken durften, bis heute als absolut segensreich für die Region erwiesen. Vom bereits ausverkauften Auxerrois, über den weißen Burgunder und einem erfrischend leicht anmutender Blanc de Noir Spätburgunder, lauschten die Weinbrüder interessiert den Erläuterungen der jungen Nachfolgerin des Weinguts, Frau Rebecca Schneider. Sind es doch gerade die in diesem Tal durchaus idealen kleinklimatischen Verhältnisse der Sonneneinstrahlung zusammen mit den Bodenverhältnissen, dem sog Rotliegenden aus der Perm-Zeit vor ca 280 Mill Jahren, die diese ca 5 bis 6 ha Weinfläche zu einem besonderen Kleinod des Burgunders werden lässt.

Bild3Bild 3: Die Juniorchefin Frau Schneider erklärt die erste Wein-Probe

Bild4Bild 4: Weinbruder und Weinbotschafter Rudolf Hoffman an der Skulptur, Orgelpfeife mit Burgunder-Rebstock, während Herr Schneider die nächste Probe ausschenkt

Bild5Bild 5: Bei sommerlichen Temperaturen lauschen die Weinbrüder den Ausführungen von WB Hoffmann

Bild6Bild 6: Gruppenfoto der Südpfalzrunde mit Familie Schneider

Was wäre eine Südpfalzrunde ohne ein passendes Mahl zum passenden Wein. Und so ging es zum Abschluss direkt zur Familie Schneider, wo man, wie könnte es auch anders sein, zu einem hervorragenden Spätburgunder anschließend einen Burgunderschinken bis zum Abwinken gereicht bekommen hat. Natürlich nicht ohne die Verköstigung ihrer hauseigenkreierten Kastanien-Burgunder-Cuveeprobe, dem "Pinot-Castanea". Auf diese durchaus als Aperitif oder im Nachgang geeignete Verbindung zwischen einem Spätburgunder und einer aus dem männlichen Kastaniensamen isolierten Extrakts hergestellten Essenz, kann das Weingut durchaus stolz sein. Ist es hier doch gelungen, nicht nur den Burgunder der Region zu bereichern, sondern auch den in diesem Tal ebenfalls schon seit den Römern ansässigen Kastanienbaum zu einem neuen Geschmackserlebnis aufleben zu lassen. Und so bleibt uns Weinbrüdern insgesamt der Tag als wunderbare Bereicherung in Erinnerung, nicht zuletzt durch den herzlichen und gastfreundlichen Empfang der Familie Schneider, denen wir auch weiterhin eine gute Hand im Ausbau ihrer Rebflächen wünschen.

In vite vita

Bernhard Rudy
(Sprecher der Südpfalzrunde)

Bild7Bild 7: ein gebührender Abschluss bei Burgunderschinken und Spätburgunder im Weingut Schneider in Gräfenhausen