Treffen der Südpfalzrunde im Marienhof, Brennerei Le Retif in Venningen am Mittwoch den 15.08.2018

 

Leben in der Toskana Deutschlands. Unter diesem Motto trafen sich 22 Weinbrüder mit Damen am Mittwoch den 15.08. in Venningen bei herrlich sommerlichen Temperaturen in der Marienhof Brennerei Le Retif. Der Senior Chef des Hauses, Herr Le Retif begrüßte uns persönlich im Verkaufsraum der Destillerie, wo uns seine Begleiterin und Weinbotschafterin, Frau Martina Kolbenschlag durch 4 Likörproben und 3 Brände führte. Wir erfuhren, dass die Brennerei unter der persönlichen Leitung des Chefs zusammen mit seinem Sohn über 120 Likörsorten und 30 verschiedenen Essigen verfügen, die neben dem Wein mittlerweile ein eigenständiges Standbein für die Brennerei darstellt. Dabei werden neben Getränkefachmärkten und Delikatessengeschäften auch Kunden in ganz Europa bis Neuseeland und Japan beliefert. Das Weingut, das wohl selbst seine erste Erwähnung bereits um 859 n Chr erfahren hat, bietet somit für alle Geschmacksrichtungen und Gaumenfreuden entsprechende Weine, Brände und Liköre an. So erfuhren wir Weinbrüder, dass z.B. der Holunder früher auch als Heilkraut in Klöstern und Apotheken verwendet wurde und Honig noch vor dem Zucker zum Süßen der Getränke verwendet wurde. Ebenso galt noch vor der Kartoffel die Kastanie als "das Brot der Armen", so dass König Ludwig nochmals bis zu 25.000 Kastanienbäume hat pflanzen lassen. Sichtlich angetan von den wunderbaren Aromen eines Holunder-, Kastanien- und Weinbergpfirsich-Likörs, bekamen wir noch einen sog. Butterscotch-Likör kredenzt mit feinen Karamell und Vanille-Aromen. Anschließend ging es zu einem Mirabellen-Brand, wo wir erfuhren, dass die Frucht erst seit dem 16. Jhd. über China und Griechenland als "die gelbe Pflaume" nach Deutschland gelangte. Herr Le Retif erläuterte auch den Unterschied zwischen einem Brand, wo die Frucht zusammen mit der Hefe als Maische gebrannt wird und der Alkoholgehalt rein aus dem Fruchtzucker resultiert bzw. einem Geist, wo die Frucht in ein vorhandenes Alkoholbad eingelegt wird, wie eben beim Gin oder einem sog Weinbrand, wenn als Basis Wein verwendet wird. Und schließlich gibt der Zuckergehalt noch eine klare Unterscheidungsgrenze zwischen einem Schnaps (Brand, Geist) und einem Likör vor mit der Grenze von bis zu 10 g/l und Letzterem darüber liegend.

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Wir Weinbrüder waren sichtlich positiv angetan, so dass die letzte Probe noch einen Himbeeressig beinhaltete, der mit einem sehr feinen Aroma durchaus auch als Würzwein Verwendung finden kann. Nach dieser gelungenen Probe begaben wir uns anschließend in das toskanische Ambiente des anliegenden Marienhofs, das seit 1. Mai von dem Italiener Nicola Chinni neben deutscher Küche auch eine wunderbare italienische Küche anbietet. So dankte der Sprecher der Südpfalzrunde, Bernhard Rudy, allen Anwesenden für Ihr Kommen und konnte der Weinbotschafterin Frau Kolbenschlag noch eine ansehnliche Spende als Dank für ihre Besprechung überreichen.

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In vite vita
Bernhard Rudy