Besuch der Südpfalzrunde am 12. September 2018 auf dem Friedensdenkmal in Edenkoben

 Einmal mehr zeigte sich wieder ein sehr großes Interesse unserer Weinbrüder, als der Sprecher der Südpfalzrunde, WB Rudy diesmal zum Friedensdenkmal nach Edenkoben rief. Über 30 Weinbrüder folgten der historischen Führung, die der Pfalzhistoriker Rolf Übel in seiner gewohnt mitreissenden und spannenden Ausführung darbot. Bei spätsommerlichen Temperaturen trafen wir uns am Denkmal.

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Dieses Denkmal, das zur Erinnerung an den Sieg 1870/71 gegen die Franzosen 1899 errichtet wurde, wurde bewusst als anti-Kriegsdenkmal unter dem Namen Sieges-oder Friedensdenkmal im Auftrag von Prinzregent Luitpold von Bayern errichtet. Rolf Übel machte uns noch auf viele interessante Details aufmerksam. So erfuhren wir, dass die ursprünglich als Kieferberg bezeichnete Anhöhe später zu Ehren des Generals  Karl-Friedrich Wilhelm Leopold August Graf von Werder  in Werderberg umbenannt wurde. Angeblich konnte man bei den Kämpfen im Sommer 1794 (am Schänzel) bereits die Signale des Sieges über die Franzosen bis Straßburg sehen und ebenso den Kanonendonner.

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1871 wurde der Platz angelegt und zwei Findlinge, später ein Obelisk (heute am Straßburg-Denkmal) aufgestellt. Von 1871 bis 1895 gab es insgesamt 8 Entwürfe und Ansätze, ein Denkmal an den „Einigungskrieg“ zu errichten. Das Denkmal wurde von August Drumm, einem Bildhauer aus Ulmet bei Kusel gestaltet und in den Jahren 1895–1899 erbaut. Den Auftrag zur Errichtung gab Prinzregent Luitpold von Bayern, der durch einen gemeinsamen Bekannten auf August Drumm aufmerksam geworden war.

Das Denkmal zeigt eine offene Bauweise. Es ist mit Ornamenten und Fresken verziert. Es sind die Wappen der ehemaligen deutschen Staaten und deren Vereinigung zum Deutschen Reich dargestellt.

Medaillons erinnern an Moltke, Hartmann, Bismarck, sowie die Brustbüsten an Ludwig II., König (Kaiser) Wilhelm I. und den Prinzregenten Luitpold. Zwei Ganzreliefs stellen Krieg und Frieden dar, also das Motto des Denkmals (Sieges- und Friedensdenkmal). Unterhalb des Kaisers Büste sind zwei Friedensengel dargestellt mit der sog. Lorica Squaumata (Schuppenpanzer). Überhaupt konnten wir feststellen, dass das Denkmal tatsächlich keinerlei Waffen oder Gewaltverherrlichende Symbole trägt. Die Kuppel mit ihrem Mosaik ist der Thormhalle auf Neuschwanstein, das Gesamtensemble einer römischen Freihalle nachempfunden, zumeist mit Historistischen Elementen, aber auch schon in Anlehnungen an den Jugendstil. Es sollte ganz offensichtlich dem Zusammenhalt aller deutschsprachigen Länder, dem damaligen Preußen und Bayern dienen. 

Oberhalb der Kuppeldecke des Innenraums befindet sich eine Aussichtsplattform, die über eine Außentreppe auf der Rückseite des Denkmals zu erreichen ist.

Vieles an Beiwerk wie Mauern, Treppen und Ornamente liegen noch verborgen unter Sträuchern und Hecken. Ebenso sind riesige Steinquader mit Ornamenten auf dem Vorplatz von einer Erdschicht bedeckt.

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Gesättigt von so viel Information freuten wir uns abschließend in der anliegenden Gaststätte, betrieben durch das Ehepaar Völlinger, unsere Runde wieder mit kulinarischen und pfälzer Spezialitäten ausklingen zu lassen. Der besondere Dank galt auch unserem WB Eduard Beyersdörfer, der die Idee zu dieser wunderbaren Veranstaltung hatte.