Vortrag von WB Markus Cherouny am 29. Juni 2026 über „Der Wein in der Oper“
Auf den 29.06.26 hatte die Weinbruderschaft der Pfalz zu einem Vortrag über „Der Wein in der Oper“ in das Ordenshaus eingeladen.
Dieser Einladung waren viele Weinbrüder mit ihren Damen erwartungsvoll gefolgt, war doch WB Markus Cherouny als Vortragender angekündigt und hatte dieser vor nicht allzu langer Zeit mit dem Vortrag „Was macht eigentlich ein Orchestermanager im Pfalztheater?“ begeistert. (siehe Bericht vom 20.10.25) Um es vorwegzunehmen: Die Anwesenden wurden nicht enttäuscht, sondern konnten sich in ihrem Kommen bestätigt fühlen.
Der Vortrag stand unter dem Motto „Wein, wann, wie und wo“ und so stellte WB Cherouny seinen Fahrplan vor: Wein als dramatisches Element, Wein in den Epochen, Wein auf, hinter und vor der Bühne, Wein und Theater heute.
Wein als dramatisches Element ist Symbol für Feiern, Liebe und Verführung, Macht und Intrigen, so ist in „Hamlet“ ein Weinbecher ein Zeichen für Verrat, gleichermaßen aber auch die Verbindung zum Göttlichen.
Für den Weinbezug in der Oper steht im Barock „Alexander’s Feast“ von Händel, in der Klassik Mozarts „Don Giovanni“ sowie Haydns „Die Jahreszeiten“ und in der Romantik Verdis „La Traviata“. Spätromantische Werke sind Wagners „Parsifal“ und Mascagnis „Cavalleria Rusticana“, die auch im Film-Epos „Der Pate“ aufgegriffen wurde.
Straussens „Der Rosenkavalier“ und Brittens „The Rape of Lucretia“ bilden den Abschluss mit der Moderne.
WB Cherouny umrahmte seinen Vortrag mit bekannten und weniger bekannten Musikbeispielen „aus der Konserve“ wie zum Beispiel „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der Fledermaus. Seine Ehefrau, die Opernsängerin Signe Heiberg, sang dieses Mal nicht live, sondern war in für beide ungewohnter neuer Rolle unterwegs: sie soufflierte, ergänzte an wenigen Stellen und erwies sich, wie zu erwarten, als Frau vom Fach.
Bei diesem Gang durch die Epochen fand sich auch das Lied „Der Liebestrank“ von Donizetti (1832), das sich auch die Weinbrüder auf ihre Fahnen schreiben könnten:
„Das Lob des Weins, der Liebe
Will laut ich stets verkünden,
Denn Gram und Kummer schwinden
Bei Liebe und bei Wein!“
Mit der Operette gewinnen der Wein und auch der Champagner eine zentrale dramaturgische und symbolische Funktion. Beide stehen für Lebensfreude, gesellschaftlichen Glanz, Verführung und genussvolle Entgrenzung und bilden den Rahmen für Feste, Liebesintrigen und Verwechslungen. Sie sind szenisches Mittel, um gesellschaftliche Konventionen zeitweise außer Kraft zu setzen.
Dem "Champagnisieren" steht nach eigener Erkenntnis von WB Cherouny das "Schorlieren" in der Pfalz in nichts nach. So spielt auch dieser Lebensfreude entsprechend „Der Vogelhändler“ (vorgespielt) von Karl Zeller in der Pfalz.
Auf der Bühne ist „Wein“ in Flaschen und Gläsern in der Regel lediglich ein Saft oder gefärbtes Wasser – da hat die Lebensfreude doch ihre Grenzen!
Nach einem kurzen fachlichen Austausch mit unserem WB und Berufsmusiker Frank Ringleb dankte Ordenskanzler Karl-Heinz Bauer für diesen herausragenden Vortrag.
Für WB Cherouny freilich war die schönste Bestätigung dafür, die Weinbrüder „mitgenommen“ zu haben, dass ein Weinbruder nach dem Vortrag zu ihm sagte, er habe nun richtig Lust bekommen, mal wieder mit der Gattin in die Oper zu gehen. Was will man mehr?
Andreas Veh



